#FriReadyGo: Movetia ermöglicht mehrmonatiges Berufspraktikum im Ausland

Fördern, fördern, koordinieren und finanzieren: Das sind die wichtigsten Aufgaben von Movetia, der nationalen Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität. Das Ziel der Strategie des Bundes ist, dass alle jungen Menschen während ihrer Ausbildung einen längeren Austausch machen. Die rund 40 Mitarbeitenden der Agentur arbeiten täglich daran, unterschiedlichste Programme zu entwickeln, um möglichst vielen Profilen gerecht zu werden. Zu dieser Palette gehört auch #FriReadyGo. Ein lokales Angebot das dieses Jahr lanciert wurde.
  
«Anfangs war es nicht einfach, aber ich wusste, dass es für meine berufliche Zukunft ein Bonus sein würde», sagt Nathan Lamey.  Nach seinem Abschluss als Konstrukteur EFZ mit technischer Berufsmaturität ging Nathan Lamey für vier Monate nach Deutschland. Im Rahmen des Projekts #FriReadyGo begann der 20-jährige Freiburger Anfang September ein Praktikum im Projektmanagement in einem Informatikunternehmen in Erfurt. «Meine Hauptmotivation ist, mein Deutsch zu verbessern, denn ich möchte ab 2022 die Polizeischule besuchen.»
  
Wie Nathan wurden 12 weitere junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren in das Freiburger Projekt aufgenommen. Das in diesem Sommer lancierte FriReadyGo wurde vom Amt für Berufsbildung (BBA) des Kantons Freiburg entwickelt und finanziell von Movetia unterstützt. Es richtet sich an junge Erwachsene, die im Jahr vor Beginn des Praktikums ein EFZ, ein EBA oder eine Berufsmatur erlangt haben. «Die Teilnahme an #FriReadyGo ist die Gelegenheit, seine Laufbahn um eine Erfahrung zu erweitern, gleichzeitig ein anderes Land sowie eine andere Arbeits- und Lebensweise kennenzulernen», erklärt Leïla Bersier, Projektverantwortliche für den Kanton Freiburg. Die Teilnehmenden reisen für 3 bis 12 Monate in ein europäisches Land, in dem Französisch, Deutsch oder Englisch gesprochen wird. Dort absolvieren sie ein Praktikum in einem Unternehmen. «Das Programm steht allen Berufsgruppen offen. Die Idee ist natürlich, seine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern, aber nicht nur», präzisiert Leïla Bersier. «Auch wichtige persönliche Kompetenzen, die in der heutigen Arbeitswelt sehr gefragt sind, etwa Selbstständigkeit, kritische Urteilsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit oder auch Flexibilität, werden bei einer solchen Erfahrung gestärkt.» 
 
Auch für Nathan Lamey gab es mehrere Beweggründe: «Ich wollte auch allein verreisen, um zu lernen, allein zurechtzukommen», sagt Nathan Lamey. «In diesen vier Monaten konnte ich viel über mich selbst lernen und mich mit meiner Zukunft auseinandersetzen.»
 
Auf der Suche nach einem «Social Change»

#FriReadyGo wird vom Kanton Freiburg geführt, aber die nationale Agentur Movetia unterstützt das Projekt finanziell. Der Zuschuss für die Teilnehmenden ist zur Deckung der Reise- und Aufenthaltskosten bestimmt. Darin enthalten sind die Unterkunft und die Mahlzeiten. Die Mission von Movetia ist die Förderung von Austausch, Mobilität und Kooperation in allen Bildungsbereichen von der Primar- bis zur Tertiärstufe sowie in der Erwachsenenbildung und im ausserschulischen Bereich – in der Schweiz, in Europa und weltweit. «Heute müssen sich junge Menschen teils rechtfertigen, wenn sie einen Austausch gemacht haben. Unser Ziel ist, dass man sich künftig rechtfertigen muss, wenn man während seiner Ausbildung nicht an einer Mobilität teilgenommen hat», erklärt Olivier Tschopp, Direktor von Movetia. «Wir setzen uns für einen Mentalitätswandel ein.»
 
Die Entwicklung von Kooperationen

Vor bald fünf Jahren hat Movetia von Bund und Kantonen den Auftrag erhalten, Austausch zu fördern und zu koordinieren. Heute werden mehrere Dutzend Austausch- und Mobilitätsaktivitäten angeboten, von der obligatorischen Schulzeit über die Berufsbildung, die Jugendarbeit und die Erwachsenenbildung bis hin zur Tertiärstufe. «Das Angebot ist umfassend, vielfältig und entspricht den Bedürfnissen aller», sagt Olivier Tschopp. Neben Austausch und Mobilität koordiniert Movetia ausserdem Kooperationspartnerschaften. «Bei einem Austausch findet eine physische Individualmobilität statt. Bei einer Kooperation geht es mehr darum, ein Projekt zwischen zwei Schulen oder Institutionen des Bildungssystems zu entwickeln», erklärt der Direktor von Movetia. Die Idee einer Kooperation ist, ein gemeinsames Projekt zu entwickeln und so Wissen zu teilen, das beiden Institutionen nützt. Eine Kooperation kann auch eine physische Mobilität einer oder mehrerer Personen beinhalten. «Jedes Jahr entstehen neue Projekte. Movetia und den Schweizer Bildungsinstitutionen fehlt es nicht an Ideen. Es liegt an uns, die Menschen zu überzeugen und zu unterstützen bei einem Projekt, das ihr Interesse weckt mitzumachen», schliesst der Direktor der nationalen Agentur. Nathan Lamey wurde überzeugt und ist begeistert von seiner Erfahrung in Erfurt, die ihm in seiner beruflichen Zukunft zweifellos viele Türen öffnen wird.